Anerkennung zum BMM

Ab sofort können sich Personen und Einrichtungen, die mit dem Bensberger Mediations-Modell (BMM) arbeiten, als Schulmediator*in und als BMM - Schule / - Einrichtung anerkennen lassen.

Bei den Schulen unterscheiden wir nach

Wir wissen, dass ganz viele Schulen sehr erfolgreich Schulmediation nach dem BMM praktizieren. Daher sind wir zuversichtlich und freuen uns darauf, wenn sich künftig auch Ihre Schule auf den Weg der Anerkennung macht.

Gerne beraten wir Sie!

17. Fachtagung Schulmediation in Rheinland-Pfalz

 

In Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz

BERICHT VON DER FACHTAGUNG

Schulmediation - Streitschlichtung an Schulen
17. Fachtagung für Schulmediatorinnen und Schulmediatoren
15. Mai 2019, Weiterbildungszentrum Ingelheim

Verkraftbare Konfrontation – Klärungshilfe und Doppeln

Am 17. Mai fand, wie jedes Jahr im Mai, eine weitere erfolgreiche Fachtagung in Ingelheim statt. 110 interessierte Pädagog*innen und päd. Fachpersonal aller Schulformen und Schularten trafen sich zum vertieften Austausch , neue Informationen einholen, zur Vernetzung mit anderen Kolleg*innen und Sammeln neuer Ideen. Der diesjährige Referent und Autor Christian Prior, eigens aus München angereist, gab eine EINFÜHRUNG IN DIE KLÄRUNGSHILFE „Der Weg hinaus führt hindurch, besonders dann, wenn sich ein gewisses Maß an Eskalation entwickelt hat. Doch wie die Aussprache so gestalten, dass das individuelle und systemische Maß an Verkraftbarkeit gewahrt bleibt? Was tun, wenn sich Konflikte verhärtet haben? Prior erläutert: "Die Klärungshilfe hat dazu unterschiedliche Prinzipien entwickelt, die verbindend und ausgleichend wirken.“ – like a bridge over troubled water. In einem einstündigen Vortrag verstand Prior seine Zuhörerschaft absolut professionell und auch mitreißend auf den Weg der Einführung in die Klärungshilfe mitzunehmen. Nach der Kaffeepause, im Rahmen eines anschließenden Workshops für alle, stellte der Referent die Kunst des Doppelns in Theorie und Praxis vor. Hierbei wird der Konfliktdialog zwischen den Parteien wieder konstruktiv hergestellt und nimmt sehr effektiv Einfluss auf das gegenseitige Verstehen. „Darf ich mal neben Sie treten und für Sie was sagen….“ Alle übten diese neue Form des Verstehens und Einfühlens im gegenseitigen Miteinander in Kleingruppen.
Nun gehören Konflikte an unseren Schulen zum Alltag. Die Herausforderung aller Beteiligten besteht darin, einerseits eine Kultur des Streitens anzubahnen und andererseits mit professionellem Handwerkzeug Konflikte an Schulen zu lösen.
Am Nachmittag stellte sich das BENSBERGER MEDIATIONS-MODELL (BMM) in thematisch verschiedenen Workshops vor. Erfahrene Trainer*innen und Trainer des BMM leiteten die Gruppen mit großem Zuspruch an. Das BMM ist eines der wenigen, ganzheitlich vernetzten Mediationsmodelle im deutschsprachigen Raum. Zum einen werden Erwachsene (Pädagogen, Schulsozialarbeiter, päd. Personal in der GTS) als Schulmediatoren BMM ausgebildet, zum anderen lernen Kinder und Jugendliche selbstständig ihre Konflikte zu lösen. Sie übernehmen Verantwortung als Streithelfer (GS) und als Streitschlichter (SEK). Basis ist die PRÄVENTION, mit dem effektiven BMM-Programm „Anders streiten“. Dies ist die beste Vorbereitung für das Gelingen der INTERVENTION mit der Erst-Hilfe im Streit, dem Schlichtungsgespräch und dem Hosentaschenbuch. Darüber hinaus wurde an diesem Tag gegen MOBBING der mediationsnahe, wie zugleich sehr erfolgreiche Ansatz des No Blame Approach vorgestellt.
Einige Aussagen von Teilnehmer*innen stehen stellvertretend für die Wichtigkeit und Präsenz dieser Tagung

„Der Schulmediationstag war eine gewinnbringende Unterbrechung des Schul- und Arbeitsalltags“

„Streitkultur an meiner Schule fördern“

"Ich komme gerne wieder“

„Christian Prior mit der Klärungshilfe war neu, super!- ein toller Redner“

„Vielen Dank für die tolle Organisation, die vielen praktischen Übungen, neben den sehr interessanten und kurzweiligen theoretischen Grundlagen“

GERNE DARF DER NEUE TERMIN SCHON VORGEMERKT WERDEN
MITTWOCH DER 13.Mai 2020 – 18. FACHTAGUNG SCHULMEDIATION

Für eine Buchung klicken Sie bitte hier.

Forum Streitschlichtung 2019

Wie alle Jahre wieder fand am 13.3.2019 unser Forum Streitschlichtung in Bensberg statt. Veranstaltet wurde es traditionell von der Thomas-Morus-Akademie in Kooperation mit uns, den BMM - Trainerinnen und -Trainern.

In diesem Jahr stand es unter dem Schwerpunktthema: „Schwierige Gesprächssituationen im Schulalltag meistern“ (Strategien zur Gesprächsführung)

Als Gastreferentin führte uns Monika Oboth durch den Vormittag. Sie ist Mediatorin und Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation und leitet seit vielen Jahren das Buisiness Mediation Center (BMC) in Bad Heneff.

Monika Oboth führte uns in ihrer lebendigen, mitreißenden Art mit einem gelungenen Mix aus Theorie und Praxis durch dieses „schwierige“ Thema.

Es war informativ, kurzweilig und praxistauglich.

Am Nachmittag waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann  zu Workshops rund ums Bensberger Mediations-Modell eingeladen:

  • Aus der Praxis für die Praxis- Erfahrungsaustausch zum BMM, Update (Barbara Kreuser Trainerin BMM

  • „Schnuppern ins BMM“ ( Sabine Esser Trainerin BMM, Diana Otte Trainerin BMM)

  • Mobbing - das schwierige Gespräch mit dem gemobbten Schüler (Liz Mölders, Trainerin BMM)

In den Workshops wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gebeten, abschließend die Veranstaltung zu bewerten und uns Veränderungswünsche mitzuteilen. Fast alle Anwesenden beteiligten sich an dieser Evaluation.

Die Äußerungen haben uns sehr gefreut und bestärken uns in unserem Bemühen um das BMM.

 Hier nur einige Beispiele

„Danke! Es hat Spaß gemacht und war sehr informativ.“

„Tolle Veranstaltung, sehr kompetente Moderatoren, angenehme und konstruktive Arbeitsatmosphäre!“

„Vielen Dank und weiter so!“

„Ein bereichernder Tag, besonders der Nachmittags - WS!“

„Ich fühle mich hier immer wohl, freue mich auf den nächsten Termin!“

Apropos "nächster Termin" : Das Forum Schulmediation 2020 startet am 1.4.2020. Und das ist kein Aprilscherz. 

Botschafter der Schulmediation

Zum Tod von Günther Braun (1931-2018)


Als Günther Braun im Sommer 1995 zu einem Gespräch in die Thomas-Morus-Akademie nach Bensberg kam, um für die Schulmediation und für Fortbildungen zur Streitschlichtung durch Schülerinnen und Schüler zu werben, war ich zuerst skeptisch, ob das ein erfolgreiches Modell für die Schule ist. Aber ich sollte eines besseren belehrt werden. Nachdem Günther Braun, zusammen mit einem Lehrer seiner ehemaligen Schule, Wolfgang Hünicke, das seit drei Jahren an seiner Schule praktizierte Konzept im Rahmen einer Tagung vorgestellt hatte, gab es so viele Anfragen, dass wir in der Akademie im Frühjahr 1996 mit einem Workshop für Lehrende aus der Sekundarstufe begannen. Dieser löste in der Folge eine umfangreiche Aktivität an Fortbildungen in der Thomas-Morus-Akademie sowie darüber hinaus aus. Seine Initiative, seine Ideen und seine Beharrlichkeit führten zur Entwicklung des Bensberger Mediations-Modells, das heute ein umfangreiches Trainingskonzept vom Elementarbereich bis zur Berufsschule anbietet. Günther Braun kann ohne Zweifel als Vater des Modells bezeichnet werden. 

1931 in Schlesien geboren, fand er nach dem Krieg im Westen eine neue Heimat. Nach dem Studium für das Lehramt an Volksschulen (1952-1954) und für Realschulen (1958-1960) unterrichtete er viele Jahre als Lehrer, bis er 1980 die Leitung der Realschule in Sundern im Sauerland übernahm. Diese leitete er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1994. Danach schloss sich eigentlich für ihn eine neue quasi-berufliche Phase an, denn sein Engagement für die Schulmediation prägte entscheidend seinen weiteren Lebensweg. Seit 1995 war er als Referent und Trainer für Mediation an Schulen tätig. Neben den Trainings in der Thomas-Morus-Akademie war er für die Schulmediation im gesamtenBundesgebiet unterwegs. Ob in Fortbildungseinrichtungen, wie im Landesinstitut in Soest oder dem Weiterbildungszentrum in Ingelheim, ob in Gymnasien, Realschulen oder Kindertagesstätten ... immer ging es Günther Braun um Vermittlung der Idee, dass Mediation ein erfolgreicher und gangbarer Weg ist, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Immer wieder suchte er nach neuen Wegen und alternativen Methoden, eine mediative Haltung zu vermitteln, die Menschen das Zusammenleben einfacher macht und Brücken zueinander bauen hilft. „Mediation beginnt bei jedem von uns selbst!“ war ein Motto von ihm. Getragen war er dabei von seiner christlichen Grundüberzeugung. Immer ging es darum, einen Konflikt, ein Problem zu bekämpfen, nie die Person. 

Als Mediator BM und Ausbilder für Mediation BM war er viele Jahre im Bundesverband Mediation e.V. aktiv. Er war Mitgründer der Fachgruppe„Mediation in Erziehung und Bildung“, die er lange geleitet hat und deren heutige Standards auch auf seine Initiative und Bemühungen zurückgehen. Bis kurz vor seinem Tod hat er Anteil genommen an den Weiterentwicklungen in der Schulmediation, die er maßgeblich über Jahrzehnte in Deutschland geprägt hat. Seine Prägung als Pfadfinder trug ihn auch in schwierigen Zeiten seines Lebens und war für alle, die mit ihm zu tun hatten, ein lebendiger Ansporn. „Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.“ (Robert Baden-Powell, Gründer der Pfarrfinderbewegung) stand auf seiner Todesanzeige. Wir werden ihn immer in dankbarer Erinnerung behalten.


Andreas Würbel

Update Kurse

Das Bensberger Mediations-Modell® hat sich kontinuierlich weiterentwickelt. Allein die Themen „Inklusion“ und die Beschulung der Flüchtlingskinder haben neben anderen Themen zu weitreichenden Veränderungen geführt und die Entwicklung neuer Übungsbausteine und Arbeitsmaterialien notwendig gemacht. Da die Qualifizierung einiger Teilnehmer schon einige Zeit zurückliegt, werden die Neuigkeiten und Weiterentwicklungen in Fortbildungsveranstaltungen vermittelt.

Neue Arbeitsmaterialien

Für die Streithelferausbildung in der Grundschule hat die MeMoMix GbR neue farbige Büchlein für die Hand der Kinder entwickelt. So kann jeder Streithelfer sein eigenes Streithelferbuch erhalten, das die wichtigsten Phasen seiner fundierten Ausbildung gut unterstützt.

Speziell für die Kinder, die wenig oder gar nicht Deutsch sprechen können, z.B. die Flüchtlingskinder, sind die Ergänzungsmaterialien „Erst-Hilfe im Streit Plus“ entwickelt worden. Zu allen 5 Schritten der „Erst-Hilfe im Streit“ sind für die Kinder gut verständliche Bilder gezeichnet worden, auf die die Kinder bei der Konfliktbearbeitung zeigen können.

Für Schulkinder ab Klasse 5, Jugendliche und junge Erwachsene ist die neue Mappe „Erst-Hilfe im Streit – Sekundarstufe“ geeignet. Die farbige oder schwarz-weiße Gestaltung der Bilder gibt die Möglichkeit, auf die verschiedenen Rahmenbedingungen in Konfliktsituationen zu reagieren und sich die passende Erst-Hilfe herauszusuchen. Als Streitschlichter agiert wahlweise eine männliche oder weibliche Person.

Veröffentlichungen

Der Westermann Verlag hat in seiner Zeitschrift „Grundschule“ Heft 6 August 2016 „Jede Stimme zählt“ einen ausführlichen Artikel über das Bensberger Mediations-Modell® in der Grundschule veröffentlicht, der einen guten Überblick über das Modell gibt.